Die Top 8 Fehler bei der Lohnabrechnung – und wie Dienstgeber sie vermeiden
Von Mag. Volker Schattel · Veröffentlicht am 10.05.2024 · Stand der Rechtslage: Mai 2024
Die Lohnabrechnung ist ein Kernprozess des Personalwesens – und leider passieren dabei oft Fehler, die zu Unzufriedenheit bei den MitarbeiterInnen und rechtlichen Konsequenzen führen können. Hier die häufigsten, samt Gegenmittel.
1. Fehlende oder unvollständige Daten
Fehlende Mitarbeiterdaten führen zu falschen Berechnungen. Stellen Sie sicher, dass Arbeitsstunden, Überstunden, Urlaubstage, Steuerfreibeträge und persönliche Daten vollständig erfasst sind. Klingt banal, ist aber oft ein Symptom mangelhafter Prozesse: Idealerweise wird die Arbeitszeit digital erfasst und automatisch statt händisch ins Lohnsystem importiert – dann warnt das System bei offensichtlichen Fehleingaben, und wichtige Eingaben wie Urlaub laufen über Freigabeprozesse.
2. Fehlerhafte Berechnungen
Falsche Gehaltszahlungen können rechtliche Konsequenzen haben. Verwenden Sie zuverlässige Software oder einen erfahrenen Personalverrechner. Der Teufel steckt im Detail – etwa bei Schnittberechnungen zur Entgeltfortzahlung: Dieser komplexe Prozess gehört vollautomatisch ins System, nicht in die händische Nebenrechnung.
3. Nichtbeachtung gesetzlicher Vorschriften
Kollektivvertraglicher Mindestlohn, SV-Beiträge, Steuervorschriften – und laufende Gesetzesänderungen. Die Zusammenarbeit mit einem Personalverrechner ist hier sehr zu empfehlen, weil der immer auf dem Laufenden ist und sich bei den komplexen Regelungen auskennt.
4. Mangelnde Dokumentation
Arbeitsverträge, Krankmeldungen, Überstundenaufzeichnungen, Urlaubsanträge, Freibetragsbescheide – alles muss ordnungsgemäß aufbewahrt werden, um im Bedarfsfall die korrekte Abrechnung nachweisen zu können. Eine gut strukturierte digitale Personalakte fordert Aktualisierungen automatisch ein, pflegt eine Änderungshistorie, warnt bei fehlenden Daten und kommt der Löschpflicht automatisiert nach.
5. Fehlende Überprüfung
Fehler passieren – eine gründliche Prüfung vor Ausgabe der Abrechnungen fängt sie ab. Moderne Systeme machen von sich aus Plausibilitätschecks und lassen Lohnzettel, die deutlich vom Vormonat abweichen, gesondert freigeben.
6. Unzureichende Schulung
Kein Fachgebiet ist so komplex und schnelllebig wie die Personalverrechnung – professionelle Personalverrechner sind zu 15 Stunden Fortbildung pro Jahr verpflichtet und übertreffen das in der Praxis deutlich. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre internen Mitarbeiter geschult bleiben.
7. Veraltete Software
Investieren Sie in moderne Abrechnungssoftware, die laufend aktualisiert wird. Stand der Dinge ist ein System in der Cloud bzw. im Rechenzentrum des Anbieters, das auch sehr kurzfristige Gesetzesänderungen schnell abbildet.
8. Fehlende Kommunikation
Missverständnisse zwischen Personalabteilung, Lohnverrechnung, Buchhaltung und Mitarbeitern erzeugen Fehler. Hilfreich sind klar definierte Freigabeprozesse (Gehaltsanpassungen, Überstunden) und ein fixer Zeitplan für Datensammlung und Abrechnung – damit nicht unter Zeitdruck gearbeitet wird.
Schlusswort
Wer diese Punkte beachtet, vermeidet die häufigsten Fehler. Gerade für kleine Unternehmen lohnt es sich nicht, alles inhouse abzudecken – ein externer Partner stellt sicher, dass die Lohnverrechnung effizient, korrekt und gesetzeskonform läuft.
Über den Autor
Mag. Volker Schattel ist öffentlich bestellter Personalverrechner (Bilanzbuchhaltungsbehörde, 2024) mit über 20 Jahren Praxis in HR, Controlling und Payroll. Mit LohnLotsen betreut er österreichische Unternehmen vom ersten Mitarbeiter bis 100 – digital und persönlich.
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