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Externen Partner für die Lohnverrechnung auswählen: die 10-Punkte-Checkliste

Von Mag. Volker Schattel · Veröffentlicht am 25.04.2024 · Stand der Rechtslage: April 2024

Die Auswahl eines Lohnverrechnungspartners ist eine wichtige Entscheidung – die Lohnverrechnung ist komplex und sensibel. Ein zuverlässiger Partner sichert die Einhaltung der Vorschriften und steigert die Effizienz. Diese zehn Punkte sollten Sie prüfen:

1. Fachkompetenz und Erfahrung

Umfassende Fachkenntnisse sichern die korrekte Abwicklung auch bei Sonderfällen. Viele Personalverrechner bringen zudem ein fachliches Netzwerk mit, das sehr nützlich sein kann.

2. Compliance und Rechtssicherheit

Fundierte Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen ist Pflicht. Besonders wertvoll: Expertise in angrenzenden Bereichen wie Arbeitsrecht, IT, HR-Systemen und Datensicherheit – dann haben Sie auch bei Spezialfällen über den Lohn hinaus einen kompetenten Partner.

3. Technologische Lösungen

Ein leistungsstarkes Abrechnungssystem automatisiert Prozesse und sichert Daten. Praktisch heißt das: Lohnzettel gehen direkt und verschlüsselt an die MitarbeiterInnen, das Buchungsjournal ist für den automatischen Import in die Buchhaltung vorkonfiguriert. Auch Self-Service und Konnektivität (z. B. zur Zeiterfassung) sind zu beachten.

4. Kundenservice und Support

Lohnrelevante Änderungen passieren oft kurz vor der Abrechnung – dann ist ein direkt erreichbarer Partner (Telefon, Mail, Chat) einem Ticketsystem klar vorzuziehen.

5. Referenzen und Reputation

Professioneller Auftritt, positive Bewertungen, bekannte Kooperationspartner, ein kostenloses unverbindliches Erstgespräch – und unschlagbar: persönliche Empfehlungen von Menschen, denen Sie vertrauen.

6. Kosten und Vertragsbedingungen

Transparenz zählt. Positiv: wenn Sie jederzeit zum Monatsende kündigen können, also nicht gebunden sind. Bei den Kosten lohnt der Blick ins Detail: Manche Anbieter verrechnen neben dem Tarif pro Abrechnung zahlreiche Zusatzpositionen (Anmeldung, Auswertungen, Abklärungen …). Flatrate-Anbieter wirken auf den ersten Blick teurer, sind unterm Strich aber oft die bessere Wahl. Und: Die Kosten sollten nicht das ausschlaggebende Kriterium sein – ein guter Lohnverrechner finanziert sich selbst, durch vermiedene Risiken und legale Netto-Optimierung.

7. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Anforderungen ändern sich: Gewinnbeteiligungen, Wachstum (mehr Automatisierung, Schnittstellen für Stammdaten), neue Arbeitsmodelle (Nachtschicht mit Zeiterfassung, begünstigten Zuschlägen, Arbeitszeitgesetz). Der Partner muss mitgehen können.

8. Datensicherheit und Datenschutz

Wo werden die Daten gespeichert? Idealerweise in Österreich bzw. der EU. Neben dem sicheren Lohnsystem müssen auch Daten außerhalb des Systems sicher liegen und immer sicher übermittelt werden.

9. Kommunikation und Berichterstattung

Standard-Auswertungen sollten automatisch kommen – nicht erst auf (kostenpflichtige) Nachfrage. Kommunikationswege müssen sicher sein (E-Mail nur mit Passwortschutz), und es sollte klar geregelt sein, wer im Unternehmen Änderungen einmelden darf.

10. Langfristige Partnerschaft

Ein Partner, der Ihr Unternehmen mit der Zeit immer besser kennt, bringt Best-Practice-Lösungen ein und wächst mit. Das Ergebnis: sorgenfreier, rechtssicherer Lohn, optimierte Abgabenlast und Systeme, die miteinander kommunizieren. So wird auch das komplexe Thema Lohn „easy”.

Mag. Volker Schattel

Über den Autor

Mag. Volker Schattel ist öffentlich bestellter Personalverrechner (Bilanzbuchhaltungsbehörde, 2024) mit über 20 Jahren Praxis in HR, Controlling und Payroll. Mit LohnLotsen betreut er österreichische Unternehmen vom ersten Mitarbeiter bis 100 – digital und persönlich.

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